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Die Hotellerie klagt über den MitarbeiterInnen Mangel wie keine andere Branche. Aber wie wäre es mit neuen und kreativen Ideen im Recruiting? Simon Sorge, Recruitingleiter bei Jobaffairs teilt mit uns originelle Ideen:

Recruiting in der Hotellerie - neue Zielgruppe

Eine neue Zielgruppe

Stellen Sie sich die Szene vor: Sie sitzen in einem Wiener Café, die Kellnerin serviert Ihnen einen Großen Braunen mit einem (vorzüglichen) Apfelstrudel. Dann legt sie das Tablett weg und beginnt, eine Nummer von Frank Sinatra zu singen. Der Kollege hinter der Theke setzt sich an’s Klavier und aus der Küche kommt eine dritte Kollegin und spielt den Kontrabass. Das machen die drei während ihrer Schicht drei Mal pro Stunde – was die Tourist*innen machen, können Sie sich denken.

Für eine Wiener Gastronomin mit mehreren Häusern haben wir als Zielgruppe gezielt Musiker*innen angesprochen, die dann im Service angelernt/ausgebildet wurden – und natürlich war ihre Hauptaufgabe der Service (Musikalisch gab es im ersten Haus Sinatra & Co, im zweiten Opernarien und im dritten Hardrock ;-). Für die Musiker*innen war das Gehalt verbunden mit den Trinkgeldern deutlich mehr, als sie sonst mit ihren Auftritten verdienen konnten und sie hatten zusätzlich immer eine kleine Bühne. Für das Team bedeutete es, die Arbeitsabläufe anzupassen („Wer macht deren Arbeit, wenn die schon wieder singen?“) – am Anfang war ziemliche Überzeugungsarbeit nötig, das hat sich aber schnell gelegt, weil die Trinkgelder für alle schnell deutlich großzügiger ausfielen.

Ein attraktives Angebot

Das Haus liegt im Innviertel, bis zur deutschen Grenze sind es nur wenige Kilometer. Für die österreichische Kandidatin, die aus Norddeutschland in die Heimat zurückwollte, waren zwei Argumente ausschlaggebend: Mit einem Wohnsitz in Bayern galt sie als Grenzgängerin (das war ihr wegen ihrer deutschen Rentenversicherung wichtig), ihre Kinder konnten in Österreich auf eine HTL gehen (eine Schulform, die es in Deutschland nicht gibt).

In einem anderen Fall haben wir gezielt Mütter angesprochen, die nach der Kinderpause in Teilzeit arbeiten wollten – für die Kinder hat die Chefin in einer benachbarten Sprachschule eine Nachmittagsbetreuung organisiert: „Wenn ihr eure Kinder anmeldet, sagt ihnen, dass ihr von mir kommt, dann kriegt ihr 15% Rabatt“.

Ein Kunde von uns spendet für seine Mitarbeiter*innen, die sich in gemeinnützigen Vereinen in der Region engagieren, dem Verein monatlich 20 Euro und ist damit in der Region präsent …

Ein Absolvent der HLF Krems ließ sich überzeugen, als der Chef sagte: „Wenn alles passt, vermittle ich dich in drei Jahren zu einem Hotel in Sydney – das ist ein Freund von mir.“

Recruiting in der Hotellerie - neue Zielgruppe

Eine regionale Zielgruppe erreichen

Nur etwa 10% aller Beschäftigten sind aktiv auf Jobsuche – die kann ich über Jobbörsen erreichen. Bis zu 70% aller Beschäftigten wären allerdings bei einem attraktiven Angebot bereit, den Job zu wechseln – die erreiche ich über Jobanzeigen nicht.

Das Kärntner Hotel hatte drei Positionen in der Küche zu besetzen und brauchte dafür qualifiziertes Personal – wir haben eine Social-Media-Kampagne gestartet: Im Umkreis von 30 km spielten wir über ein Soziales Netzwerk gezielt eine Werbung aus, die auf die Zielgruppe abgestimmt war – und wir erreichten damit potentielle Kandidat*innen in einem Umfeld, wo wir nicht in der direkten Konkurrenz zum Mitbewerb standen. Interessent*innen wurden auf eine so genannte Funnelseite geleitet, auf der Jobs und Unternehmen vorstellt wurden – bei Interesse hinterließen sie Namen, Telefonnummer und Emailadresse und wurden innerhalb von einem Werktag kontaktiert. In diesem Erstgespräch klärten wir die grundsätzliche Eignung ab, erst danach (oder eben auch nicht) forderten wir einen Lebenslauf an.

Social-Media-Kampagnen unterscheiden sich im Ablauf sehr von einem klassischen Recruitingprojekt, die sorgfältige Vorbereitung und genügend Zeitressourcen in der Durchführung sind besonders wichtig.

Allen Projekten war gemeinsam, dass wir mit seriösen Informationen gearbeitet und den Kandidat*innen nichts versprochen haben, was nicht eingehalten wurde – das galt auch für das Gehalt und die Arbeitszeiten. Allen Projekten ist gemeinsam, dass wir mit unseren Kunden schauen, welche Lösungen bei ihnen möglich sind.

Manche Kunden haben am Anfang Vorbehalte oder zumindest Bauchweh – aber nichts zu tun und darauf zu hoffen, dass vergangene Zeiten wiederkommen, vergrößert die Probleme.

Social Media Recruiting statt Fachkräftemangel

Wir sind Jobaffairs, unser Geschäftsführer Marcus Kleemann hat 1998 mit Gastrojobs die erste Online-Jobplattform für die Gastronomie gegründet – als Spezialisten für Recruiting und Personalmarketing in Österreich und Deutschland wissen wir aus erster Hand, was sich am Arbeitsmarkt im den unterschiedlichsten Branchen und Regionen tut: Firmen, die sich an die veränderten Bedingungen anpassen (und vielleicht sogar mit neuen Ideen neue Akzente setzen) finden neue Mitarbeiter*innen, den anderen laufen sie davon.

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Recruiting in der Hotellerie - Simon Sorge, Jobaffairs

Simon Sorge, Recruitingleiter Jobaffairs

Ich bin Simon Sorge, Leiter des Recruitingteams bei Jobaffairs. Eine meiner wichtigen Aufgaben ist es, mit unseren Kund*innen in der Auftragsklärung Ideen zu entwickeln, wie wir geeignete Kandidat*innen ansprechen und zu einer Bewerbung motivieren können – das heißt, wir müssen (a) eine Zielgruppe definieren, (b) überlegen, was für diese Zielgruppe ein attraktives Angebot ausmacht und dann (c), wie wir diese Zielgruppe erreichen können.