Auslandsrecruiting für Lehrlinge: 3 Voraussetzungen, damit sie bleiben und wachsen

Die Demografie schreibt das Drehbuch. Aufgrund des fortschreitenden Wandels wird ein bewusstes Auslandsrecruiting immer entscheidender.
Internationale Lehrlinge in der Gastronomie – Auslandsrecruiting und Ausbildung in österreichischen Betrieben

Lehrlinge – wo seid ihr?

Der Satz „Wir finden keine Lehrlinge“ ist in vielen Betrieben zur Dauerschleife geworden.
Und ja – der Fachkräftemangel ist real. Aber er ist selten das eigentliche Problem.

Denn dort, wo junge Menschen bleiben, wachsen und sich entwickeln, spricht kaum jemand von Lehrlingsmangel.
Dort gibt es Klarheit. Führung. Verlässliche Begleitung.

Auslandsrecruiting kann ein wirksamer Hebel sein – wenn der Betrieb bereit ist.
Bereit, Ausbildung als Führungsaufgabe zu verstehen.
Bereit, Verantwortung zu übernehmen.
Bereit, Strukturen zu schaffen, die Sicherheit geben.

Viele Betriebe setzen auf neue Recruiting-Wege, ohne ihr System mitzudenken.
Das führt zu Frust – auf beiden Seiten.
Denn ein Lehrling entscheidet sich nicht nur für einen Beruf, sondern für ein Umfeld.

Erfolgreiches Auslandsrecruiting beginnt nicht im Ausland.
Es beginnt im Betrieb.

 

Haltung & Ressourcen

Internationale Lehrlinge kommen nicht „einfach so“ nach Österreich.

Sie verlassen ihr vertrautes Umfeld, ihre Sprache, oft auch ihre Familie – mit der Hoffnung auf eine Ausbildung und eine echten Perspektive.

Das erfordert mehr als Offenheit.
Es erfordert Haltung.

Als Betrieb musst du bereit sein, Verantwortung zu übernehmen: 

  • für klare Ansprechpersonen,
  • für Zeit zur Begleitung
  • für Strukturen, die Sicherheit geben

 

Denn junge Menschen lernen nur dort gut, wo sie sich sicher fühlen. 
Wo Fragen erlaubt sind.
Wo Fehler Teil des Lernens sind – und nicht sanktioniert werden.

Auslandsrecruiting funktioniert dann, wenn Haltung nicht am Plakat steht, sondern im Alltag spürbar ist.

 

Klarheit & Ausbildungsplan

Viele Betriebe starten mit großer Motivation und scheitern an fehlender Klarheit.

Ein Ausbildungsplan ist kein Formular für die Schublade.
Er ist ein Führungsinstrument.

Junge Menschen brauchen Orientierung:

  • Was wird von mir erwartet?
  • Was lerne ich wann?
  • Wer begleitet mich?
  • Wo kann ich Fragen stellen?

 

Ohne diese Klarheit entsteht Unsicherheit.
Und Unsicherheit führt zu Rückzug – oder Abbruch.

Gerade bei internationalen Lehrlingen ist ein strukturierter Ausbildungsrahmen
kein „Nice to have“, sondern Voraussetzung dafür,
dass Integration, Lernen und Bindung gelingen.

 

Community Management & Verständnis

Lehrlinge bleiben dort, wo sie dazugehören.
Nicht dort, wo sie nur funktionieren.

Gerade internationale Lehrlinge stehen oft zwischen zwei Welten:

  • neue Sprache,
  • neue Kultur,
  • neue Erwartungen.

 

Ohne bewusstes Community Management bleiben sie allein –
auch wenn sie täglich von Menschen umgeben sind.

Betriebe, die Verantwortung übernehmen,
schaffen Räume für Verbindung:

  • im Team,
  • mit anderen Lehrlingen,
  • durch feste Bezugspersonen.

 

Verständnis ist dabei kein weiches Thema.
Es ist ein wirtschaftlicher Faktor.
Denn Bindung entsteht dort,
wo Menschen gesehen werden.

Die genannten Voraussetzungen sind nicht nur Bestandteil meiner Projekt- und Lehrlingsvermittlung, sondern ein allgemeines Erfolgsrezept beim Auslandsrecruiting. 

 

Erfolgsrezept Auslandsrecruiting:
Führung vor Recruiting

Auslandsrecruiting ist kein Schnelllösungs-Tool gegen Fachkräftemangel.
Es ist ein Prüfstein für Führung, Haltung und Struktur im Betrieb.

Die drei Voraussetzungen – Haltung & Ressourcen, Klarheit im Ausbildungsplan und bewusstes Community Management –
entscheiden darüber, ob Lehrlinge bleiben oder gehen.
Nicht das Herkunftsland.
Nicht die Sprache.
Nicht die Generation.

Betriebe, die diese Verantwortung annehmen, gewinnen mehr als Arbeitskräfte.
Sie bauen Vertrauen auf.
Sie entwickeln Menschen.
Und sie sichern sich Fachkräfte langfristig.

Genau dort setze ich in meiner Arbeit an:
nicht beim Versprechen schneller Lösungen,
sondern bei der Frage, ob ein Betrieb bereit ist,
junge Menschen wirklich auszubilden und zu begleiten.

Denn nachhaltige Lehrlingsarbeit beginnt immer innen.
Und wirkt dann nach außen.

 

Einordnen & weiterdenken

Auslandsrecruiting ist kein Trend.
Es ist eine Entscheidung für Verantwortung, Ausbildung und Zukunft.

Wer junge Menschen – egal woher – in den Betrieb holt,
trägt Verantwortung für Führung, Struktur und Begleitung.
Und genau dort entscheidet sich,
ob Lehrlingsarbeit kurzfristig entlastet oder langfristig stärkt.

In meiner Arbeit begleite ich Betriebe dabei,
diese Voraussetzungen ehrlich zu reflektieren
und Ausbildung so aufzustellen,
dass Lehrlinge bleiben, wachsen und sich entwickeln können.

Ein Teil davon ist auch meine Tätigkeit im Rahmen der Initiative
„Lehre statt Leere“, in der ich Betriebe – im Burgenland –
bei moderner Lehrlingsarbeit, Ausbilder:innen-Stärkung
und nachhaltiger Bindung begleite.
👉 Lehre statt Leere 

Wenn du reflektieren möchtest,
ob dein Betrieb für Auslandsrecruiting bereit ist
oder wie du Lehrlingsarbeit zukunftsfähig aufstellst,
dann melde dich gerne bei mir.

 hallo@kulturwandlerin.at

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