Wir diskutieren seit Jahren über Fachkräftemangel, Teilzeit, Saisonschwankungen und unbesetzte Stellen.
Dabei gab es in Österreich bereits ein Modell, das genau diese Herausforderungen adressieren sollte:
den Arbeitgeberzusammenschluss (AGZ).
Heute kennt ihn kaum noch jemand.
Was ist ein Arbeitgeberzusammenschluss?
Kurz gefasst: Mehrere Betriebe schließen sich zusammen und beschäftigen Mitarbeitende gemeinsam.
Der AGZ ist Arbeitgeber, die Mitarbeitenden werden je nach Bedarf in den Mitgliedsbetrieben eingesetzt.
Warum das Modell ursprünglich entwickelt wurde
Typische Situationen:
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Betrieb A, braucht die Arbeitskraft 15h
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Betrieb B, braucht auch eine Arbeitskraft für 15h
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Betrieb C, braucht nur 10h
Für keinen Betrieb alleine reicht es für eine Vollzeitstelle.
Gemeinsam entsteht ein attraktiver Arbeitsplatz.
Die Vorteile
Für Betriebe
- Zugang zu Fachkräften
- geteilte Risiken
- professionelleres Personalmanagement
- höhere Flexibilität
- geringerer Rekrutierungsdruck
Für Mitarbeiter:innen
- ein Arbeitgeber
- stabile Anstellung
- soziale Absicherung
- abwechslungsreiche Einsatzbereiche
- Weiterbildungsmöglichkeiten

ABER – und jetzt kommt der Realitätscheck
Solche Modelle funktionieren nicht von allein. > Sie brauchen Mut, Vertrauen und eine gemeinsame Vision.
Was es (auch) braucht:
- Offenheit der Betriebe für Zusammenarbeit
- Klare rechtliche Struktur (derzeit noch schwammig im österreichischen Gesetzesbuch)
- Koordinationsstelle die neutral und professionell arbeitet
- Geduld – denn nachhaltige Kooperation wächst nicht über Nacht
Was ist der aktuelle Stand in Österreich
Zwischen 2012 und 2017 gab es einige Pilotprojekte in Niederösterreich, Kärnten und dem Südburgenland. Diese waren erfolgreich – aber mit Corona wurden viele AGZs wieder stillgelegt. Aktuell gibt es meines Wissens nach keine aktiven AGZ-Projekte in Österreich.
Umso mehr braucht es jetzt Visionär:innen, die bereit sind, dieses Modell neu zu denken.
Für wen ist das spannend?
- Tourismusregionen mit Fachkräftemangel
- Familienbetriebe mit Teilzeitbedarf
- Gemeinden, die langfristig Beschäftigung sichern möchten.
- Betriebe mit dem Wunsch nach gemeinsamer Lösung – statt Einzelkampf.
Meine persönliche Einschätzung
AGZ ist sicher nicht die Lösung für alles. Aber vielleicht ist es ein Ansatz, den wir mal diskutieren sollten.
Mich fasziniert dabei weniger das Modell selbst als die Frage dahinter:
Was wäre möglich, wenn Betriebe bestimmte Herausforderungen gemeinsam lösen würden, statt jeder für sich allein?
Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel, steigenden Anforderungen und knappen Ressourcen könnte mehr Kooperation manchmal wirkungsvoller sein als noch mehr Konkurrenz.
Arbeitgeberzusammenschlüsse werden seit Jahren als möglicher Ansatz zur gemeinsamen Fachkräftesicherung diskutiert. Auch der A&W-Blog der Arbeiterkammer Wien hat sich bereits mit Chancen und Herausforderungen dieses Modells beschäftigt.
Wie ich dich/euch dabei unterstützen kann?
Ich begleite Betriebe, Gemeinden oder Regionen beim Aufbau eines AGZ – ehrlich, strukturiert und mit einem Blick auf das, was realistisch ist. Kein fertiges Konzept, sondern eine Partnerschaft auf Augenhöhe – von der Idee bis zur Umsetzung.
Mein Beitrag könnte ungefähr so aussehen:
- Ersteinschätzung & Machbarkeitsanalyse
- Moderation der Kooperationsgespräche
- Entwicklung des passenden Modells (inkl. Rechtsform, Rolle, Organisation)
- Schnittstelle zu Förderstellen, Regionalentwicklungen, AMS, etc.
- Aufbau von Vertrauen und Klarheit im Netzwerk
- Nachhaltige Umsetzungsbegleitung


